Überraschendes Ergebnis – Glückswende: Darum haben die Deutschen so wenig Angst wie seit 25 Jahren nicht mehr

Überraschendes Ergebnis – Glückswende: Darum haben die Deutschen so wenig Angst wie seit 25 Jahren nicht mehr
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Überraschendes Ergebnis: Glückswende: Darum haben die Deutschen so wenig Angst wie seit 25 Jahren nicht mehr

Die Deutschen sind deutlich optimistischer als in den Vorjahren. Das geht aus der repräsentativen Umfrage „Die Ängste der Deutschen“ hervor, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Seit 1992 wird die Studie von der R+V Versicherung in Auftrag gegeben und dokumentiert, wovor sich die Bundesbürger fürchten. Der Anteil der Menschen mit Ängsten ist im Vergleich zu 2018 insgesamt deutlich zurückgegangen. Der bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse „Angstindex“ genannte Werte, also der Durchschnitt aller abgefragten Ängste, liegt bei 39 Prozent und damit acht Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Es ist der niedrigste Wert seit einem Vierteljahrhundert.

Doch auch wenn sich die Menschen insgesamt weniger fürchten, stehen drei Themenfelder mit Abstand an der Spitze des Angst-Rankings: 56 Prozent der rund 2400 befragten Bundesbürger meinen, dass der Staat durch die große Zahl von Flüchtlingen überfordert ist. 55 Prozent haben Angst davor, dass es mehr Spannungen zwischen Deutschen und Einwanderern gibt. Die Furcht vor der Politik von Trump wird genauso oft genannt.

Doch selbst hier ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr festzustellen. Vor einer Überforderung des Staates durch Flüchtlinge fürchten sich sieben Prozent weniger Deutsche als 2018, bei der Angst vor Spannungen wegen des Zuzugs von Ausländern liegt das Minus bei acht Prozent, und bei Sorgen wegen einer gefährlicheren Welt durch Trump sogar bei minus 14 Prozent.

Doch woher kommt dieser Umschwung?

Gewöhnungseffekt verringert Ängste

Manfred Schmidt vom Zentrum für Politische Wissenschaft der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der die Studie bereits seit 15 Jahren begleitet, führt den Rückgang der Ängste mit Flüchtlingsbezug auf einen „Gewöhnungseffekt“ zurück. Mittlerweile seien viele Migranten nach den Hochphasen der Fluchtbewegungen im Jahr 2015 und 2016 schon einige Jahre lang im Land, ein immer größerer Anteil gehe einer geregelten Arbeit nach, so dass sich die Deutschen daran gewöhnt hätten und weniger Angst verspürten, wie er bei der Vorstellung der Ergebnisse erklärt.

Auch Brigitte Römstedt, die die Studie vorgestellt hatte, sprach von einem „Normalisierungseffekt“, der etwa auch die Angst wegen der Politik eines Donald Trump schwinden lassen würde.

Menschen haben weniger Angst, weil 2019 weniger Schlimmes passiert ist

Als Hauptursache für die positive Entwicklung macht Römstedt jedoch einen anderen Punkt aus: Im Vergleich zu den Vorjahren sei das Jahr 2019 recht ruhig verlaufen. „Wir hatten zwei, drei sehr anstrengende Jahre in Deutschland“, sagt sie im Gespräch mit FOCUS Online. Die Flüchtlingswelle 2015 und 2016 habe die Gesellschaft beschäftigt und sei den Menschen sehr präsent gewesen. Migranten, die vor Bahnhöfen kampieren und an den Grenzen warten, habe Angst ausgelöst. Auch verschiedene Terroranschläge in Deutschland und seinen Nachbarstaaten hätten die Bevölkerung verunsichert.

2016 etwa sorgte der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz bundesweit für Entsetzen. Nur wenige Monate zuvor hatte ein Terrorist in Nizza einen Lkw gezielt auf Menschen gelenkt, mehr als 80 Menschen waren ums Leben gekommen. Im Jahr 2017 tötete ein Attentäter in Barcelona mehrere Personen.

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„In diesem Jahr aber ist wenig Schlimmes passiert, das die Menschen ängstigt“, erklärt Römstedt, „man könnte fast von einer Atempause sprechen“. Diese Phase der Ruhe schlage sich in den Antworten der Menschen nieder – und einem 25-Jahres-Tiefststand des „Angstindex“.

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