Neues AWISTA-Zentrum:Der Landrat und sein Bauchgefühl

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Mehr als 1500 Bürger, darunter 351 Weßlinger, haben die Unterschriftenlisten gegen den Bau des AWISTA-Zentrums an der Tiefenbrunner Rinne unweit von Hochstadt unterschrieben. Landrat Karl Roth ließ durchblicken, dass er auch mit einem anderen Standort zufrieden wäre.

Landkreis – Um die Sektkorken knallen zu lassen, ist es noch zu früh. Aber „mit mehr Zuversicht“ blickt die Interessengemeinschaft Hochstadt den nächsten Wochen schon entgegen. So jedenfalls drückte es Sprecherin Dr. Gerhild Schenck-Heuck gestern nach einem Gespräch im Landratsamt aus. Dort hatten die Bürger dieser Tage Landrat Karl Roth Unterschriftenlisten gegen den Bau des AWISTA-Wertstoff- und Dienstleistungszentrums an der Tiefenbrunner Rinne unweit von Hochstadt – und für den Alternativstandort „An den Gruben“ in der Nähe von St. Gilgen – überreicht.

351 Weßlinger und 92 auswärtige Bürger hätten sich persönlich eingetragen, weitere 1175 Bürger, darunter 1030 aus dem Landkreis, an einer Petition im Internet teilgenommen, berichtete Schenck-Heuck. Was sie zuversichtlich stimmt: Roth habe im Gespräch eingeräumt, dass er den Standort An den Gruben inzwischen für den besseren halte, teilte sie mit.

Vieles spreche für den Standort An den Gruben, sagt Roth

So allgemein wollte der Landrat das im Gespräch mit dem Starnberger Merkur zwar nicht stehen lassen, aber: „Es gibt in der Tat vieles, was für diesen Standort spricht: Wasserrecht, Immissionsschutz, Naturschutz, Verkehr“, sagte Roth auf Anfrage. Baurechtlich sei aber vermutlich der Standort an der Tiefenbrunner Rinne einfacher zu realisieren. Roth sprach von einem „Bauchgefühl“ – und wollte keinesfalls den Ergebnissen des Standortvergleichs vorweggreifen.

Wie berichtet, bewertet ein externes Planungsbüro derzeit die beiden Standorte nach einer Vielzahl von Kriterien. Am 26. September sollen die Ergebnisse dem eigens eingerichteten Lenkungskreis vorgestellt werden, sagte Roth. Diesem Gremium gehören auch Vertreter der beteiligten Gemeinden Gauting, Gilching und Weßling an. Anschließend soll der AWISTA-Verwaltungsrat einen Grundsatzbeschluss fassen. Wann das ist, ließ Roth gestern noch offen. „Vielleicht muss noch nachgearbeitet werden oder es tauchen noch Fragen auf.“

Der AWISTA möchte mit dem Bau des Zentrums, zu dem auch eine Umladestation gehören wird, schnellstmöglich beginnen. Vorstand Peter Wiedemann hatte kürzlich gesagt, dass es im Idealfall im November 2022 in Betrieb gehen könnte. Wenn es nach Schenck-Heuck geht, soll es an der Gemeinde Weßling nicht liegen. „Sie kann und wird aktiv eingreifen mit der Genehmigung von Baurecht auf dem Gelände An den Gruben, sobald die entsprechenden Anträge vom AWISTA gestellt worden sind“, betont sie.  

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