Rathaus intern – Das Problem der CDU mit Frau Husen

Rathaus intern – Das Problem der CDU mit Frau Husen
Quelle

Was tut man nicht alles, um mitspielen zu dürfen.

Seit bekannt wurde, dass die grün-schwarze Koalition, die in Eimsbüttel entsteht, Bezirkschef Kay Gätgens (56, SPD) absetzen will, sind viele CDUler verzweifelt.

Aber nicht etwa, weil Gätgens‘ Amtszeit eigentlich bis 2023 läuft und die vorzeitige Abwahl zu verurteilen wäre.

Die erklärte Rüdiger Kuhn (51), Chef der CDU-Bezirksfraktion, unverblümt in der „Mopo“: „Ich kenne Herrn Gätgens seit 25 Jahren und schätze ihn persönlich sehr, aber politisch bringt er uns als CDU nichts.“

Sondern wegen Gätgens‘ designierter Nachfolgerin Katja Husen (43, Grüne).

Eimsbüttels CDU-Kreischef Rüdiger Kruse (58) sagte dem „Abendblatt“: „Ich kenne Frau Husen noch aus der Bürgerschaft (dort saß sie von 2004-2008, Anm. d. Red.) und schätze sie sehr. (…) Ich glaube, sie ist genau die richtige Person, um für diese Koalition zu stehen.“

Sonst kennen nur wenige in Hamburgs Union Husen persönlich. Viele haben sich anhand ihres Twitter-Profils, ein Bild gemacht – und teilen Kruses Sicht nicht. Die Biologin sei „unwählbar“, heißt es in der CDU hinter vorgehaltener Hand.

Warum? Am 9. März twitterte Husen: „Ich will AKK nicht als Kanzlerin. Dann lieber Nahles. Tausendmal lieber. Am millionstenliebstenmal will ich Annalena Baerbock(…)“ Im Juni: „Der Julia Klöckner ist echt gar nichts peinlich, solange es den (land)wirtschaftlichen Lobbyverbänden dient. Clantreue vor Fachlichkeit.“ Am 21. Februar: „Die Spitze der katholischen Kirche klingt vor dem Missbrauchs-Gipfel wie ein Extremistenverein (…).“ und am 30. Juli: „Die katholische Kirche ist einfach überall kaputt.“

Zu einem Artikel über das umstrittene Asylbewerberleistungsgesetz schrieb sie am 28. Juni: „Wenn Du als Grüne mal wieder froh bist, dass Du nie in Baden-Württemberg oder Hessen wohnen musstest. Man fühlt sich halt nicht allen Parteifreund*innen gleichermaßen verbunden.“ Zur Erinnerung: Dort regieren Grüne und CDU gemeinsam.

Husen wollte sich auf BILD-Anfrage nicht zu ihren Tweets äußern: Sie wolle sich zunächst den Fraktionen in Eimsbüttel vorstellen, bevor sie mit Medien rede.

Es gibt bestimmt einiges zu besprechen …

nbild